Da waren viele
Störenfriede, die einen Radaune veranstalteten,
bis ich
schlafen konnte. Am Morgen ging ich unter die Dusche
und Frühstückte
bayerische Semmeln neben zwei fröhlichen jungen
Lesbierinnen.
Nach Kaffee und Brot mit Käse als Nahrungsreserve,
stieg ich auf
einen Berg. Dort verirrte ich mich gnadenlos im
Tiefschnee. Das
war sehr anstrengend. Später, als ich den Hügel
der
Voralpenregion mit einigen komplizierten
Tiefschneepassagen
und vielen
Steilhängen überwunden hatte, hörte ich die
Zivilisation.
Doch ich stieg nicht hinunter, sondern legte mich
in eine
verlassene Kate, wo es sehr kalt war. Dort lag ich
auf
dem blanken
Holz, ohne Schlafsack. Ich blieb also in der kalten
Nacht und
dachte an mein schweres mentales Leiden. Immer
zitternd und
Zigaretten rauchend wachte ich morgens plötzlich
auf, um den
nächsten Berg zu begehen. In den Alpen hatte das
Wetter so mir
nichts Dir nichts umgeschlagen und es fing noch
an zu pissen.
Ich war eben stark entkräftet und machte mir
deshalb schon
Sorgen, ob meine Konstitution das aushält. Es
gab Kräuter im
Wald, obwohl die mir als Nahrung für den Aufstieg
dienten. Wasser
und Schnee brauchte ich erst gar nicht auf den
schrecklichen
Gipfel zu tragen. Oben auf einer zugeschneiten
Alm befand sich
ein Jägeransitz. Dort hatte ich grundsätzlich
vor zu
nächtigen. Doch es schneite stark und grimmig. Mir
froren
schon die Füße
zu Eis. Ich machte mir ein Feuer, aber das
brachte
wirklich nichts. Bevor es später dunkelte, lief ich
schnell mit
großen Schritten und in Eile wieder bergab mit
halberfrorenen
Füßen und durch den nassen Schnee zurück nach
Jesenwang. Dann
bin ich mit der DB heimwärts gegondelt.
Ich habe mal bei einem Laden
Computer
zusammen geschraubt. Dabei
habe ich einigen
Stress mit meinen
bayerischen Nachbarn/Vermietern
gehabt. Die Heizung im
Heizungskeller hat sehr
laut gepfiffen, sodass ich
mich nachts nicht
erholen konnte. Erst im
Januar habe ich mich
über den 2-monatigen Zustand
beschwert, wobei
der Vermieter gesagt hat:
Ich kümmere mich
darum. Es hat sich aber
einen Monat lang
nichts getan. Daraufhin habe
ich im Januar
eiskalt in der Nacht den
Hauptschalter der
Heizung umgelegt. Dass ich
die Heizung
ausgestellt habe und das
ganze Haus kalt
gefallen ist, habe ich
sofort zugegeben
(noch in der Frühe). Dann
habe ich einen
Brief geschrieben mit der
Auflage, bis zum
14.1. das Problem durch
einen Handwerker
lösen zu lassen, oder ich
verlange für die
Belästigungsmonate 50 %
Mietminderung.
Es kamen dann wirklich
welche, was aber
nichts an dem unerträglichen
Pfeifton geändert hat.
In meiner Arbeit haben sich
auch komische Dinge ereignet.
Mein Werkzeug und die
Testsoftware sind regelmäßig
verschwunden. Ich wurde also
noch ein bisschen von
einem dort arbeitenden
Bullen verarscht. Da ich durch
den ganzen Stress (ich hatte
sogar 3 Monate lang keine
Zigarette mehr geraucht)
mental schwer angeschlagen war,
blieb ich einfach daheim und
ging nicht mehr ans Telefon.
Dann kam meine Mutter zu mir
und zwang mich Psychopharmaka
zu nehmen. Die habe ich aus
Gutmütigkeit ihr gegenüber
auch geschluckt. Daraufhin
ging es mir noch schlechter
(psychisch) und ich habe mir
zwei Packungen Morning
Glory und noch etwas vom San
Pedro einverleibt. Dann
war ich ziemlich angesäuert.
Wieder erschien meine
Mam und holte den Notarzt
(weil ich das 1. Gebot
der Bibel gechanted habe:
"Du sollst keine
anderen Götter haben neben
mir"). Auf jeden
Fall waren dann ca. 10 Leute
in meiner Wohnung
(Ärzte, Bullen, Sanis und
weiß ich wer), die ich
trotz höflicher Bitte, meine
Wohnung zu verlassen,
nicht dazu bewegen konnte
dies zu tun. Naja,
irgendwann ist ein Bulle;
sah aus wie der Bruder
von Oliver Kahn - in mein
Bett gesprungen, wobei
dies kaputt (KRACKS gemacht)
gegangen ist. Ich
wurde mit 2 Handschellen und
etwa 7 Gurten auf
der Krankenwagenbahre
verzurrt (Hannibal Lector - mäßig).
Und man gab mir ne Spritze
mit Spezialaufsatz.
Im Saniwagen bin ich
deswegen fast eingepennt.
Man wollte mir dort auch
keinen Schluck Wasser geben,
sondern nur eine Infusion,
die ich dankend ablehnte.
Irgendwann volldurstig kamen
wir an und sie haben
mich nach einiger
Verzögerung in den 6. Stock
eingeliefert
(Astral-Gottes-Psychose ;-)
Da oben hab ich mich beim
Umbahren auch noch gewunden
und gewehrt. Es standen
wieder mehr als 10 Leute
(Pfleger, Ärzte, Schwestern)
um mein Bettche herum
und versuchten kraftlos mich
darauf zu fixieren.
Die Bullenkeule hab ich ganz
krass beleidigt: Du
scheiß arschgefickte
dreckige verpisste Drecks-Bullenfotze;
(weil ich mit
heruntergezogener Schlafanzughose transportiert
wurde, die ich
entwürdigender weise nicht mal hochziehen
konnte). Besonders die
Bullenkeule, die mich ständig
angefasst hat, machte mir zu
schaffen. Da hat mir der
Bettspringbulle gleich eine
gescheuert und mir mit
seiner Lederhandschuhhand
ins Gesicht geschlagen.
Die Krankenschwester (etwas
jünger als wir) versuchte
meine Beine still zu halten
und hat sich auf mein
linkes Knie gesetzt,
woraufhin ich sie sanft geritten
habe. Dabei ist sie dann
völlig ausgetickt: Der braucht
ne 100er Batterie. Danach
habe ich einen Filmriss,
weil sie mir wohl eine
solche betonische Spritze
verabreicht haben.
Jedenfalls habe ich den Haftrichter
(Vormundschaftsrichter) nur
schemenhaft in Erinnerung.
Ich habe also nicht bewusst
mit dem kommuniziert.
Als ich in der Station, wo
ich sonst immer war
aufwachte, habe ich mir
meinen linken vorderen
Schneidezahn nach vorne
heraus gebrochen.
Ich dachte wirklich, dass
der negative Energien
enthält. Klingt alles
ziemlich verrückt- war auch so.
Eine Woche mit völlig
gestörten Mitpatienten und
schrecklichen Medikamenten
habe ich ausgehalten.
Dann nahm ich keine Medizin
mehr und bin am Abend
auf anraten von Freunden mit
Strumpfsocken aus der
Station geflüchtet. Draußen
lag noch Schnee und ich
bin schnell zur ersten
belebten Kreuzung gejoggt.
Von dort aus habe ich eine
Mitfahrgelegenheit zum
Autobahnzubringer in Haar
bekommen. Ich stand dann da
und habe den Daumen
herausgehalten, wobei mich auch ein
vorbeifahrendes Auto
schmerzhaft an der rechten Hand mit
seinem Rückspiegel gestreift
hat.
Glücklicherweise nahm mich
dann ein Turbineningeniueur
bis zur ehemaligen
deutsch-deutschen Grenze mit. Dort
stand ich an der Raststätte
in Socken und Sweatshirt und
dünner Hose und habe
gefroren. Aber keine Sau wollte mich
mitnehmen, weil man mich
verständlicherweise für einen
Kriminellen gehalten hat.
Nach einer Weile hatte ein
Audifahrer Mitleid: Ich kann
Dich zwar nicht nach Berlin
mitnehmen, aber hier haste 8
Euros. Von dem Geld habe ich
mir in der Tankstelle
Erstmal ein paar Packerl dicke
Tennissocken gekauft. Mit
denen war es schon viel angenehmer,
draußen auf mögliche Autos
zu warten.
Dann kam ein Typ mit rotem
Fiesta und hat gemeint: Ich nehm
Dich mit. Auf der Fahrt habe
ich wieder viel gequatscht und
die Zigaretten des Fahrers
aufgeraucht. Er hatte auch noch
gute Schweizer Schokolade an
Bord. In Berlin angekommen,
machten wir noch ne kurze
Pinkelpause bei den Autobahnbullen
und in der Stadt hat er mich
dann rausgeschmissen mit dem
Hinweis, dass ich nur die
Straßenbahn bis zur Warschauer
Brücke nehmen solle und dann
mit der S-Bahn weiter Richtung
Kreuzberg. Ich bin dann auch
mit der Straßenbahn gefahren,
aber unten an der S-Bahn
traf ich auf einen Engländer, der
mir in English klar machte,
dass heute keine S-Bahnen fahren.
Ich bin dann zu Fuß durch
das neue Berlin gelaufen und hab mir
die Copy-city reingezogen.
Alles kopiert: Die Fassaden sind
geschrumpfte Abbilder
berühmter Münchner, Deutscher und
europäischer
Repräsentativbauten - bloß in Kleinstausgabe.
Einem Legoland vergleichbar
und unendlich hässlich. Bis in
den Morgen hab ich meine
Tour fortgesetzt, wobei man sagen muss,
dass es sich mit vielen
Tennissocken sehr bequem laufen lässt.
Dann habe ich mich
hingesetzt, um meine Thrombose am Darmausgang
zu kühlen (Diese Thrombose
habe ich entweder von Stress in der
Arbeit, vom Nichtrauchen
oder von dem Gepfeife der Heizung
bekommen). Ich saß also auf
so einem Hauseingangstreppenabsatz
und habe gewartet bis es
hell wird. Also schon fast die sonne
auf mich scheinen wollte,
bin ich aufgestanden und habe meinen
abgekühlten Körper wieder in
Schwung gebracht. Ich fragte mich
bei verschiedensten
Berlinern (auch eine so genannte Behinderte
war dabei) nach Kreuzberg
durch. Da habe ich dann nach einiger
Verwirrung der
Straßennummerierung (habe dazu extra einen Postboten
interviewen müssen) den
alten Spezl von mir besucht. Hier bin
ich 4 Tage lang
untergetaucht, wusste ich doch, dass auf mich den
Flüchtenden ein Haftbefehl
ausgestellt war. Wir haben einen Ausflug
an die Ostsee (Ziest)
gemacht und dort bin ich ganz gemütlich
nackt baden gewesen. Wir
haben auch leckeren Backfisch gegessen
und Espresso getrunken.
Auf jeden Fall habe ich dann
meine Schwester angerufen auf
anraten vom Kumpel und
seiner Freundin- die dann entschieden
hat, ich solle gefälligst
Heim kommen, weil sie am nächsten
Tag nach Südafrika fliegen
wolle.
Daraufhin sind wir,
Matthias, sein Freund Martin und ich mitm
BMW wieder zurück nach
München. Sofort zu meiner Mutter,
die erzählt hat, dass ich,
nachdem ich mich übers Internet
und dort chattende Freunde
schon gemeldet hatte, keinen
Haftbefehl mehr habe.
Angekommen in meiner Wohnung bin ich
dann die nächsten Tage bei
meiner Mutter essen gewesen und
habe ihr gleich meinen
Ersatzschlüssel abgenommen, den ich
ihr im Vertrauen wieder
gegeben hatte. Wir warn auch in
Bernried im Museum und ich
bin die folgenden Tage daheim
geblieben und habe viele
gute Bücher gelesen. Darunter
auch ein sehr interessanter
Schinken über die Urwelt.
Der anrollende IRAK-Krieg
machte mir auch sehr zu schaffen.
Eunotia Kieselalge
 |
Am Dienstag den 27.5.2003 hatte
ich mir das Auto meiner Mutter
geliehen, um
einzukaufen. Zwischendurch besuchte ich einen guten
Freund.
Dieser schlief noch, als ich bei ihm
klingelte. Wir rauchten auf dem Balkon
eine
Zigarette und beschlossen, einige Unternehmungen in
Germering zu
erledigen. Da ich seine Waschmaschine
bekommen hatte, fehlte mir noch
eine
Schlauchverlängerung, um den Ablauf des Waschwassers
zu gewährleisten.
Wir fuhren in Germering zu einem
Geschäft im alten Dorf, um eine Verlängerung
zu
kaufen. Zwischendurch fuhren wir zur Germeringer
Tafel. Mein Freund holte
sich dort Lebensmittel, die
wir zu ihm nach Hause brachten. Außerdem holte
ich
mir bei der Dorfbäckerei einen Germeringer Leib.
Dann schauten wir nachdem
wir die Sachen bei mir
daheim ablieferten bei meiner Mutter in der Arbeit
vorbei,
um das Auto abzugeben. Mein Mountainbike
stand noch vor der Tür. Meine
Mutter gab mir einen
Kartoffelsalat zu essen. Und ihr Chef lud mich und
meinen
Freund zu einem
Espresso
ein. Ich nahm mein Fahrrad und verabschiedete
mich
von meiner Mutter. Wir wollten eine Bekannte in
Pasing besuchen und
gingen deshalb nach Harthaus zur S-Bahnstation. Auf
dem Weg dorthin beschloss
ich innerlich von
Germering und Deutschland abzuhauen. Ich nahm meine
Sparkassenkarte und hob an der Sparkasse an die 950
Euro ab. Dann schloss
ich mein Fahrrad an dem
Fahrradständer ab und übergab meinen Schlüsselbund
an meinen Freund. Mir war klar, dass ich von hier
flüchten wollte. Deshalb warf
ich meine
Krankenkassenkarte und meine Bankkarte in den
Mülleimer auf dem
Bahnsteig. Als wir in die S-Bahn
stiegen, sagte ich meinem Freund, dass ich
weg
wolle. Er könne mich noch bis Laim begleiten. Dort warteten wir auf die
S-Bahn zum Flughafen. Ich sagte ihm noch Auf
Wiedersehen und dass er
meiner Mutter sagen soll, ich
wäre in einen Spontanurlaub aufgebrochen.
Und dass
ich vielleicht in Zehn Jahren wiederkommen würde.
Mein Freund
antwortete, dass ich spätestens in Einem
Monat wieder vor der Türe stehen
werde. Nachdem er
mit der S5 Herrsching wegfuhr, stieg ich in die
Flughafen
S-Bahn ein. Ich
hatte kein Gepäck. Im Gebäude des Flughafens machte
ich
mich auf die Suche nach einem Last-Minute-Flug.
An einem Ticketverkaufstand
fragte ich nach dem
nächstmöglichen Flug. Da ich keinen Reisepass besaß,
konnte ich nur im europäischen Ausland mein Flugziel
suchen.
Der Mann an dem Schalter bot
mir einen Flug nach Antalya an. Ich akzeptierte
seinen Vorschlag und bezahlte 75 Euro für einen
Einfachflug in die Türkei.
Nachdem ich das Ticket in
der Hand hatte, warf ich meine Brille in den
nächsten Mülleimer. Ich hatte noch bis 20:10 Uhr
Zeit. Ich beschloss, schon
mal in den
internationalen Bereich einzuchecken. Am
Zollschalter zeigte ich
meinen Personalausweis her
und ging in den internationalen Bereich. Plötzlich
rief mich ein Beamter zurück und ich gab ihm
noch mal meinen
Personalausweis.
Kurz entschlossen drehte ich mich
um und lief durch die Türe und den
Metallscanner. In
dem Bereich fühlte ich mich sicher. Ein Beamter
sagte zu mir,
ich solle mit ihm mitkommen, weil mein
Name ausgeschrieben sein soll.
Da ich mir keines
Verbrechens schuldig war, sagte ich, dass man mich
nur mit
einem internationalen Haftbefehl verhaften
dürfe. Die Polizisten versuchten
mir noch mehrmals
zu drohen. Ich ging nicht darauf ein und verlangte
bis
spätestens 20:00 Uhr meinen Personalausweis.
Während ich eine englische
Börsenzeitschrift las,
kam ein höherer Polizist und wollte, dass ich ihm
eine
Telefonnummer von Angehörigen sagen sollte.
Dann verlangte der blauäugige
Polizist, dass ich ihm
mein Flugticket zeige. Schnell öffnete ich meinen
Geldbeutel und zeigte ihm das Ticket. Als er es
haben wollte, sagte ich ihm;
er solle sich selber
eins kaufen. Ich blieb bei meiner Position und man
gab
mir den Ausweis zurück. Bis zum Abflug leistete
ich mir noch ein Weißbier.
Weil ich einchecken wollte,
erkundigte ich mich bei verschiedenen Schaltern.
Es
stellte sich heraus, da ich kein Gepäck hatte, dass
dies nicht nötig sei.
Bis zum Abflug wartete ich
ungewiss auf den Aufruf der Maschine. Irgendwie
hatte ich die Besorgnis, ohne Boarding-karte nicht ins Flugzeug zu kommen.
Am Abflugterminal stellte ich mich in die Schlange
der anderen Passagiere
und wartete, bis ich drankam.
Der Steward der Fluglinie nahm mein Ticket
und rief
wegen der fehlenden Boarding-karte eine Dienststelle an.
Schließlich
gab er mir das Flugticket zurück und ich
konnte an Board gehen. Ich setzte
mich auf Platz 20
und wartete gespannt, bis zum Start der Maschine.
Nach
einer Stunde Flugzeit stand ich auf, um im
hinteren Bereich des Flugzeugs
eine Zigarette zu
rauchen. Freundlicherweise machte mir eine junge
Dame
Platz zum Hinsetzen. Weil man im Stehen nicht
rauchen durfte, setzte ich
mich hin. Als ich zurück
auf meinen Platz gehen wollte, saß ein älterer Herr
auf dem sitz und grinste mich an. Ich fackelte nicht
lange und setzte mich
eine Reihe dahinter auf einen
freien Platz. Nach dem Besuch der
Boardtoilette konnte ich
wieder auf meinem Platz sitzen. Die Flugzeit ging
schnell vorüber und ich kaufte kurz vor der Landung
in Antalya eine Flasche
Gin. Als ich diese antrinken wollte, machte mir die
Stewardess ein deutliches
Zeichen, dies zu
unterlassen. Ich wartete bis ich von Board gegangen
war
und nahm einen kräftigen Schluck auf dem Hangar
in der Türkei. Dort war
ich von der modernen
Architektur des Flughafens begeistert. Eigentlich
wollte
ich noch einen Flug weiter Richtung Osten
nehmen, aber ich befand mich
schon in der
Ankunftshalle und ging zum Zoll, um den Flughafen zu
verlassen.
Der Zöllner gab mir einen Zettel mit
Stempel als Besuchsvisum, vergaß aber,
was ich zu
dem Zeitpunkt nicht wusste, meinen Namen auf dem
Zettelchen
zu schreiben. Ich hatte nur meinen
Personalausweis dabei. In der Ankunftshalle
kurz vor
Verlassen des Flughafens ging ich
zum Geldwechseln an die
Wechselstube
und tauschte 50 Euro in 80 Millionen
türkische Lira. Mit dem Geld und der
Flasche Gin,
die in einer weißen Tüte verpackt war, trat ich in
die milde
Mittelmeerluft am Ausgang des Flughafens.
Dort schrie man schon Taxi,
Taxi und ich beschloss,
weil es schon spät abends war, mir auch ein Taxi
zu
nehmen. Ich machte dem Taxifahrer deutlich, dass ich
möglichst weit
östlich der Stadt in eine Pension
wollte. Er fuhr mich etwa eine dreiviertel
Stunde durch Antalya, die Umgebung
und schließlich über eine Autobahn durch
die Nacht.
Der Taxifahrer selber sprach kein Englisch aber wir
unterhielten uns
mit Gebärdensprache oder schwiegen
die Fahrt über. Nach reichlicher
Kurverei
durch ein
Urlauberdorf an der Küste, fand der Taxifahrer mit
Hilfe von dortigen
Passanten, die er ansprach, eine
Pension. Dort stieg ich aus, bezahlte der
Fahrer und
mir wurde von einem älteren Herren mein kleines Zimmer gezeigt.
Während
die Patronin der Pension ein Essen zubereitete,
entschied ich mich,
mal schnell in dem Mittelmeer,
das auf der anderen Straßenseite lag, zu baden.
Das
Meereswasser war angenehm warm. Zu meiner
Überraschung hatte die
Wirtin Calamares und Weißbrot aufgedeckt. Nach dem
leckeren Essen saßen
wir bei einer Flasche
Raki und der Wirt und
ich hatten großen Spaß dabei.
Zudem kam seine
Tochter mit Freund, die aus Nürnberg herangereist
waren.
Mit Ihnen
unterhielt ich mich auf Deutsch. Als die beiden
wieder gingen, saß
ich noch ein Glas lang mit dem
Wirt zusammen auf der Veranda. Dann ging
ich zu
Bett. Am nächsten Morgen verabschiedete ich mich,
bezahlte und ging
zu Fuß, ohne ein Frühstück
genommen zu haben zum Ortskern.
In der immer wärmer scheinenden
Sonne suchte ich eine Busstation. Ich fragte
in
einem kleinen Lebensmittelladen nach einem Bus. Dort
machte man mir
deutlich,
dass
ich dazu nach Antalya zurückfahren musste. Ich
kaufte mir eine
Flasche Cola und L&M Zigaretten und
nahm ein Taxi zum Busbahnhof. Dort
ging ich an den
nächst besten Schalter
und fragte nach einer Fahrt zur Hauptstadt
Ankara
nach.
Als ich das Ticket hatte,
wartete ich auf den Bus. Komischerweise war nach
einer
halben Stunde jemand zu mir gekommen und
machte mir verständlich, dass
eine andere Buslinie
fahren würde. Ich stieg in den Bus ein, und fuhr den
restlichen tag lang in die türkische Hauptstadt.
Dabei waren nur wenige
Passagiere mit dem selben Ziel. Der Bus
machte zwischendurch zwei längere
Pausen.
In Ankara angekommen, besorgte
ich mir ein Taxi und sagte, dass ich in ein
Hotel
wollte. Es war etwa zehn Uhr abends. Die Idee, in
einer Jugendherberge
zu übernachten wollte mir nicht
aus dem Sinn gehen. Aber anscheinend gibt
es in der
Türkei keine. Ich stieg aus dem Taxi aus und fragte
an der Rezeption
des Hotels, was die Nacht koste.
Mit 30 Euro war ich einverstanden und ich
hinterließ
meinen Personalausweis. Nach einer kräftigen Dusche
legte ich
mich in das frische Hotelbett. Auch
diesmal verließ ich meine Unterkunft
ohne ein
Frühstück. Ich ging einfach Richtung Osten aus der
Stadt hinaus.
Dabei kam ich durch sich windende
Straßen. Auf dem Weg nach Osten,
besuchte ich eine
Tankstelle und kaufte mir dort eine große 1,5 l
Flasche
Coca Cola. Mit dem Zuckerwasser als
Frühstück kam ich in immer ärmere
Stadtviertel der
Stadt. Ich blieb fest dabei, möglichst eine Straße
nach
Osten zu finden, was durch die bergreiche
Gegend sehr schwer fiel. Ich
stand, als ich weit vom
Zentrum entfernt war plötzlich vor dem Ende eines
Feldwegs auf einem Hügel. Schnell machte ich mich
querfeldein auf dem
Weg ins Tal. Ich ging ab einer
gewissen Zeit durch private Gärten, um nicht
von der
Himmelsrichtung abzukommen. Als mich jemand dabei
sah, rief er
„Allah, Allah“. Sogleich verließ ich
seine Zwiebelzucht und kletterte über
einen kleinen
Zaun. Dabei hätte ich fast eine Weinbergschnecke
zerdrückt.
Ich durchquerte noch einen Bach mit
stinkendem Wasser und kam auf
einen Weg zurück auf
eine Hautstraße. Diese verließ ich gleich wieder und
wanderte eine Dorfstrasse hinauf. Dann wenige
Minuten später überquerte
ich auf einer Brücke eine
noch größere Straße und nahm einen Schluck
Cola. Der
Weg führte geradeaus, war jedoch mit einem Tor
versperrt.
Ich kroch durch einen Stacheldrahtzaun
neben dem rostigen Tor auf den
Weg zurück. Als ich
mich umschaute, bemerkte ich, dass es sich um einen
Friedhof handeln musste. Es standen blanke Steine
herum wie Menhire,
bloß einen halben Meter hoch. Ein
Grab war weiß und aus Beton mit Schrift.
Durch ein
offenes Tor machte ich mich weiter auf den Weg. Ich
kam mit
der Strasse durch einzelne Häuser und bei
einem Industriebetrieb vorbei.
Dort fragte ich einen
Mann am Steuer eines Lastwagens, ob er nach „Eriwan“
fuhr. Dieser verstand überhaupt nicht, was ich
wollte und ich ging weiter
zu einer breiten
vierspurigen Strasse. Dort verwendete ich meine
Jacke,
die ich über meinen Kopf zog als
Sonnenschutz. Nach ein oder zwei Kilometern
kam ich
an einem Verlagshaus vorbei wo auch Menschen
warteten. Ich
gesellte mich dazu, um mit dem
nächsten Bus nach Osten zu fahren. Der
Kleinbus war
ziemlich voll, doch setzte ich mich zwischen einen
bärtigen
Türken und eine älteren Frau am Fenster
ganz hinten im Bus. Dieser fuhr
an mehreren kleinen
Stopps bis zu einer
Kleinstadt und dort zum Busbahnhof.
Alle stiegen aus
und ich ebenfalls. Gleich ging ich zu den Büros, um
mir
eine Busfahrkarte zu organisieren. Im ersten
Büro wollte man von mir
wissen woher ich komme und
wohin ich gehen wollte. Man bat mir einen
türkischen
Tee, einen Tschai an.
Ich trank ihn mit Genuss. Dann stieg
ich in einen
der Busse ein. Als der losfuhr, war ich erstaunt
über einen
Mann, der mit einem türkischen Pass
herumwedelte. Ich stand auf und
sagte, dass ich
sofort aussteigen wollte. Der Bus hielt und ich
stieg aus.
Ich hatte den Verdacht, dass er zurück
nach Ankara fahren würde. Zu Fuß
ging ich wieder zu
dem Busbahnhof zurück und versuchte es in den
anderen
zwei Büros. Endlich stieg ich in einen
abfahrbereiten Bus ein. Es ging über
Hauptstrassen
durch die Landschaft und plötzlich hatte ich das
Verlangen
auszusteigen. Ich ging an einer stark
befahrenen Strasse auf dem
Bürgersteig spazieren.
Ich dachte schon, dass dies die Grenze nach
Armenien
ist. Nach einiger Zeit stellte ich zu meinem
Erstaunen fest,
dass ich auf der Strasse spazieren
ging, die ich nach Verlassen des Hotels
in der Frühe
schon entlanggegangen war. Diesmal ging ich nach
rechts und
die Mittagshitze machte mir zu schaffen.
Schließlich ging ich zu einem
Taxistand und fragte,
wie ich über die Grenze kommen würde. Der Taxifahrer
sprach fließend Deutsch. Er erklärte mir,
das es in Ankara keine
Botschaft
von Armenien gibt. Er schlug mir vor, mich
an den Busbahnhof zu bringen.
Dort sollte ich mir
ein Ticket nach Kars
kaufen. Nach reichlicher Unterhaltung
stieg ich aus
dem Taxi aus, zahlte und verabschiedete mich. Ich
ging in den
Busbahnhof und besorgte mir eine
Fahrkarte. Dann wartete ich draußen
auf den
richtigen Bus. Die Wartezeit war unendlich lange.
Als ich schließlich
im richtigen Bus saß, fühlte ich
mich wie erlöst. Die Fahrt ging lange und bis
in die
Nacht hinein. Am nächsten Morgen kamen wir endlich
in Kars an. Ich
lief
durch einen kleinen Busbahnhof und sah zwei Taxis.
Ich rief eins zu mir
und erklärte dem Fahrer, dass
ich über die Grenze nach Armenien wollte.
Der machte
mir deutlich, dass die Grenze nicht passierbar sei,
aus politischen
Gründen. Er meinte, dass man weiter
nördlich in Turkmenistan einreisen
sollte und von
dort aus wäre es leichter nach Armenien zu kommen.
Ich sagte,
man sollte es erst versuchen über die 20
km entfernte Grenze zu fahren.
Dort angekommen blieb
der Taxifahrer an der Grenze stehen, die durch eine
Panzersperre und einem Grenzmal
mitten im Grünen lag. Es kam ein Soldat
auf uns zu
und die beiden redeten miteinander. Der Soldat stieg
in das Taxi
ein und wir fuhren wieder von der Grenze
weg, zurück die Strasse, die wir
gekommen waren. Der
Soldat bekam eine Zigarette und stieg dann wenige
hundert Meter weiter wieder aus. Mein Taxifahrer
deutete mir an, dass wir es
weiter nördlich
versuchen könnten. Dazu sollte ich ihm mehr Fahrgeld
geben.
Ich war damit einverstanden und wir fuhren
aus der Ebene hinaus in ein kleines
Gebirge.
Zwischendrin hatten wir das Problem, dass der linke
hintere Reifen
des Taxis platt war. Wir stiegen aus
und der Taxifahrer machte sich daran,
den
Ersatzreifen auszupacken. Was er nicht wusste, war,
dass der Ersatzreifen
nicht richtig auf die Achse
des alten Taxis passte. So konnten wir eigentlich
nicht weiterfahren. Nur behelfsmäßig ließ sich der
Autoreifen mit wenigen
Muttern befestigen. Er rief
sofort einen Freund an, der mit einem intakten
Auto
vorbeikommen sollte. Wir trafen ihn wenige Kilometer
landeinwärts
und ich stieg in das andere Taxi um.
Mit dem Ersatzauto und einem kleinem
Aufenthalt an
einer gefassten Quelle am Straßenrand fuhren wir
weiter
in Richtung Norden. Die Strasse wand sich
bergauf und bergab durch immer
höher werdende Berge.
Nach einer dreiviertel Stunde Fahrt, waren wir an
dem Grenzübergang angekommen. Dort machten wir aus,
dass ich wieder
zurück kommen
würde, wenn es nicht möglich sei, die Grenze zu
passieren.
Ich ging auf die Zöllner zu und zeigte
ihnen meinen Personalausweis. Sofort
wurde mir klar,
dass diese Plastikkarte nicht ausreicht. Die Zöllner
trugen
papiernen Mundschutz, als ob sie Angst vor
dem SARS-Virus hätten.
Ich
drehte mich um und sah meinen Taxifahrer. Durch
ein gelbes Tor ging ich
zum Taxi zurück und stieg
ein. Er machte mir deutlich, dass wir bis ans
schwarze Meer fahren müssten, wo es einen anderen
Grenzübergang gibt.
Wir starteten eine lange Reise
quer durch das Gebirge. Der Fahrer hielt
an einer
Kehre der Strasse, wo sich ein lang gestreckter Hof befand. Er
stieg nach dem
Anhalten aus und nach kurzer Überlegung folgte ich
ihm.
Er machte mich zu verstehen, dass wir hier
etwas essen sollten. Wir
setzten uns in die
Gaststube und warteten auf das Essen. Es ab Tomaten
im Salat und scharfes Rindfleisch. Nachdem wir
ausgiebig gegessen hatten
brachen wir, nachdem wir
uns vom Gastwirt verabschiedet hatten. Die
Rechnung
zahlte mein Chauffeur. Wir waren schon eine halbe
Stunde
unterwegs, als er anhielt und auf die andere
Straßenseite ging. Er trank
von einer Quelle, die
mit Beton gefasst war und deutete mir, dass dies
eine besonders gute ist. Wir fuhren weiter Richtung
Norden durch eine
enge Schlucht und vielen
Serpentinen. Ich saß hinten und machte ein
Fruchtsaftgetränk auf, welches mir der Fahrer
gegeben hatte. Durch eine
Kleinstadt
Ananda und deren enge
Gassen lenkte der Taxifahrer unser gelbes
Gefährt.
Wir passierten dann flussabwärts eine Baustelle, an
der der Fluss
erst kürzlich die Fahrbahn
weggeschwemmt hatte. Bald wurden die Schatten
immer
länger und wir näherten uns dem Schwarzen Meer. Er
fuhr mich bis zur
dritten Grenzstation. Dort wollte
ich durch ein Tor nach Osten gehen, wurde
jedoch
aufgehalten. Ich zückte meinen Personalausweis und
wollte schon
passieren, als mich der Grenzbeamte
davon abhielt. Anscheinend wollte er
mein Visum
sehen und ich zeigte meinen kleinen Zettel vom
Flughafen
Antalya vor. Es blieb dabei, ich durfte
nicht herüber gehen.

Mein Taxifahrer machte sich auf
den Weg und fuhr weg. Er hatte immerhin
etwa 300
Euro von mir erhalten und das vor dem zweiten
Grenzübergang.
Ein junger Mann sagte mir, ich sollte
nach Trabzon gehen und
mir bessere
Papiere besorgen. Ich ging die
malerische Küstenstrasse zurück in Richtung
Westen.
Dort war der erste Ort Hopa.
Ich lief zum Strand und hatte schon
fest vor, dort
auf dem Schotter zu übernachten. Dann ging ich zum
nächsten
Haus, das ein kleines Restaurant war. Ich
machte mit zusammengefalteten
Händen an der Wange
haltend klar, dass ich eine Schlafgelegenheit suche.
Die Männer in dem noch leeren Lokal schüttelten den
Kopf. Ich lief weiter
in Richtung
Hopa und wollte schon in
einem kleinen verlassenen
Häuschen
bleiben. Doch ich ging wieder weiter, weil
es mir zu schmutzig war. Dann
wollte ich beim
nächsten Haus in den Garten einsteigen. Sofort wurde
ich
bemerkt und ich ging wieder hinauf zur
Uferstrasse. Dann blieb ich bei dem
Haus oben am
Eingang stehen und machte auf mich aufmerksam. Ein
Mann
in meinem Alter kam heraus und ich bat ihn
wieder um eine Stelle zum
Schlafen. Der Mann im
roten T-Shirt holte seinen Vater. Dieser war Arzt
und
horchte mich gleich mit seinem
Stethoskop ab. Ich setzte
mich auf eine kleine
Bank in Vorgarten und der alte
Mann horchte meinen Puls ab. Ich war sehr
aufgeregt,
weil ich mit so wenig Geld einfach in der Türkei
hängen geblieben
schien. Eine sichere Unterkunft war
jetzt mein einziger Gedanke.
Der junge Mann zeigte auf den
Berg, auf der anderen Straßenseite und sprach
türkisch etwas dazu. Ich stand auf und machte mich
auf den Weg. Eine
unbefestigte Strasse führte den
Steilhang hinauf und endete plötzlich.
Ich sah mich
um und da war eine kleine Tür zu einem steilen
Aufweg. Ich
öffnete die
Türe und stieg den Berg hinauf. Oben angekommen war
eine
zweite Türe, die auf eine Schotterstraße
führte. Ich hörte Menschen, die
sich unterhielten
und ging gleich zu dem Haus, wo die Geräusche
herkamen.
Dazu stieg ich eine Treppe von einer
Hauswand empor zu einer Terrasse,
wo etwa vier
Frauen saßen und miteinander redeten. Ich machte
wieder
das Zeichen, das ich einen Platz zum Schlafen
bräuchte. Die Frauen
verstanden nicht, führten mich
aber wieder hinunter auf die Strasse. Dort
ging ein
etwa 50 jähriger Mann in Begleitung von Kindern auf
mich zu.
Ich versuchte mich noch mal verständlich zu
zeigen, dass ich sehr müde
war. Der Mann sprach zum
Glück deutsch. Schnell erklärte ich ihm meine
Notlage und fragte ihn, ob er mir helfen würde. Er
sagte, dass es kein
Problem wäre. „Du kannst bei mir
übernachten“. Kaum hatte er das gesagt,
kam ein
Polizeiauto den Weg hinauf. Nach einiger Diskussion
mit den
Polizisten, stieg ich widerwillig in das
Polizeiauto ein. Der nette Mann hatte
gesagt, dass
ich ruhig einsteigen sollte. Wir fuhren die Straße
in Richtung
Hopa
stadteinwärts zur Polizeiwache. Dort gab ich meinen
Personalausweis
her und wartete nachdem mir ein Tee
angeboten wurde auf die Rückgabe
des
Personalausweises. Nach einigen kurzen Brocken
englisch und einer
Weile warten, bekam ich den
Ausweis mit dem Zettel vom Flughafen
zurück. Der
deutsch sprechende Herr, den ich
Bujacka nannte kam und
holte mich von der Polizei ab. Wir fuhren zurück zu
seinem Haus. Dort
bewirtete mich seine Frau und sie
gab mir ein Reisgericht zum essen. Sein
Bruder, der
auch Kinder hatte war ebenfalls zugegen. Der Bruder
konnte
kein
Deutsch, und so musste alles, was ich
erzählte in Türkisch übersetzt
werden. Nachdem ich
genug gegessen hatte, bat ich Bujacka mir meine
Schlafstelle zu zeigen. Er
führte mich in ein Gästezimmer unten im Keller
des
Hauses. Dort waren zwei Betten und ich entschied
mich für das unter
dem Fenster. Erst nach Stunden
kam ich zum Schlaf. Mir schwirrten dauernd
so viele
Gedanken durch den Kopf, dass ich nur schwer zur
Ruhe kam. Der
Bujacka
hatte mir versprochen, mich am nächsten Tag über die
Grenze zu
bringen. Als ich jedoch am nächsten Tag
aufwachte, entschloss ich mich,
allein zum
Grenzübergang zu laufen. Ich zog mich an, schlüpfte
in meine
Schuhe, die vor dem Hauseingang standen und
brach auf. Den kleinen Weg
wieder die Treppe
hinunter zur großen Strasse. Da eine Tankstelle auf
der
linken Seite stand, wechselte ich die
Straßenseite und wollte mir dort
Zigaretten kaufen.
Leider hatte der Tankwart weder Zigaretten, noch
sonst
irgendetwas. Ich folgte der Uferstraße zurück
zum Grenzübergang nach Osten.
Das Wetter war bewölkt
und es nieselte leicht. An der Grenze angekommen,
ging ich gleich in ein Büro mit Zöllnern, um meinen
Personalausweis
vorzuzeigen. Das Ergebnis türkischen
Zöllner war: „Passport OK.“
Mit dem
Ausweis in der Hand ging ich weiter zum
großen Zollgebäude. Ich stellte fest,
dass noch
nicht alle Schalter geöffnet waren. Ich setzte mich
draußen auf
eine Bank und blickte auf das Schwarze
Meer. Plötzlich begann es sehr stark
zu regnen. Es
schüttete enorm stark wie aus Kübeln. Ich rauchte
unter dem
Vordach des Grenzgebäudes eine Zigarette
nach der anderen. Was mich
verwunderte, war, dass
kein richtiger Grenzverkehr statt fand. Nur
vereinzelt
kamen ein oder zwei PKWs durch die Grenze. Ich verbrachte den
ganzen
Vormittag und Nachmittag an dem
Grenzübergang. Ich stellte in der Zeit fest,
dass
ich mit dem Personalausweis keine Möglichkeit hatte
nach Georgien
einzureisen. Nach vielen Versuchen,
doch noch auf die andere Seite zu
gelangen, war es
am späten Nachmittag soweit, dass mich die Zöllner
packten und in die Türkei zurück abschoben. Dort
angelangt fragte ich noch
am militärischen Übergang,
ob ich einreisen könnte, doch das war ebenfalls
erfolglos. Ich stand ratlos an der Straße, als mich
ein etwa 37 jähriger
Mann einlud, mit seinem BMW
zurück nach Hopa zu
fahren. Ich stieg ein
und es wurde bald dunkel. Als
wir eine Weile gefahren waren blieb er in
einem Ort
stehen und verdeutlichte mir, dass die Fahrt zu Ende
sei. Er
hatte mit seinem Handy ein Taxi bestellt. Es
dauerte nicht lange, da saß
ich in dem gerufenen
Taxi und fuhr mit dem neuen Fahrer Richtung Westen.
Ich war recht
verzweifelt
darüber, dass ich in die falsche Richtung gefahren
wurde. Aber mir blieb nichts anderes übrig, als mich
auf die jungen Türken
zu verlassen. Die Reise mit
dem Taxi endete vor dem Eingang des Flughafens
in
Trabzon. Auf der
Eingangstür stand ein Zettel mit Kigali drauf. Ich
bezahlte den Taxler und ging in die Halle hinein.
Zuerst suchte ich einen
Stand, wo ich mir ein
Flugticket kaufen konnte. Die drei Türkinnen hinter
dem Schalter der Türkisch Airlines verstanden kein
Wort Englisch. Ich wollte
so schnell wie möglich die
Türkei verlassen. Die drei Mädchen sagten, dass
erst
am nächsten Tag Flüge gehen werden. Völlig verwirrt
und verunsichert
ging ich in der Wartehalle umher
und versuchte an einer Bar Zigaretten zu
kaufen, was
ebenfalls nicht gelang. Ich stieg eine Treppe hinauf
zum
Flughafenrestaurant. Dort setzte ich mich nieder
und bestellte mir ein Bier.
Nach dem zweiten Glas
ging ich zu Zahlen auf die Theke zu. Mein letzter
50
Euroschein wurde gewechselt und nach langem hin und
her Gerechne war
ich mit
dem Restgeld zufrieden. Ich ging nochmals nach unten
zu den
Mädchen der Türkisch Airlines. Wieder
versuchte ich mein Glück und war
bereit mit der
nächsten Maschine egal wohin zu fliegen. Die Dame
schlug
mir einen Flug nach Moskau vor, der am
nächsten Tag über Istanbul von
hier starten sollte.
er Preis betrug über 400 Euro. Ich erkannte nun,
dass
ich richtig in der Türkei festsaß. Ich ging zum
Ankunftsterminal und sah zu,
wie Passagiere gerade
von ihren Angehörigen empfangen wurden. Dabei
versuchte ich mich gegen den Strom in die
Ankunftshalle zu schmuggeln.
Doch der Versuch wurde
sofort on einem Zollbeamten vereitelt. Ich wollte
eigentlich nur in den Dutyfree-Bereich, um mir Zigaretten zu
besorgen.
Nun saß ich richtig fest. Ich stieg wieder
hinauf, und suchte ein Büro, von
dem mir die
Angestellten erzählt hatten. Ich suchte und fand
eine Tür,
wo ein Fluglotse hinter seinen
Bildschirmen saß. Ich grüßte kurz und ging
wieder
die Treppe hinab. In der Abflugshalle wollte ich bis
zum nächsten
Tag warten, doch ich hatte den Wunsch
so schnell wie möglich ein Flugzeug
zu besteigen.
Meine Idee war, dem Piloten einer Maschine mein
restliches
Geld zu übergeben, damit er mich aus der
Türkei herausbrachte. Von einer
inneren Unruhe
getrieben versuchte ich noch mal mein Glück und
stieg in
den ersten Stock des Flughafens. Diesmal
wieder in den Verwaltungsbereich,
wo die Fluglotsen
untergebracht waren und nicht beim
Flughafenrestaurant.
Ich sah wieder zu dem
Fluglotsen in sein Zimmer hinein und wandte mich
wieder um. Der Mann konnte mir nicht helfen, dachte
ich. Ich ging ein paar
Schritte weg von der Tür und
versuchte am Ende des Ganges eine breite
Tür zu
öffnen. Tatsächlich ging die Tür auf und ich trat in
einen
unbeleuchteten Maschinenraum. Der Raum lag auf
jeden Fall auf der Seite
des Flugfeldes. Ich dachte,
„Jetzt brauche ich nur noch aus dem Fenster
steigen
und dann in ein Flugzeug auf dem Rollfeld.“ Zuerst
versuchte ich
das schmale Kippfenster zu öffnen, was
nicht gelang. Ich nahm einen harten
Gegenstand, ein
Eisenrohr und zertrümmerte die Scheibe. Sie ging mit
einem Schmettern zu Bruch. Doch das war nicht alles,
den dahinter befand
sich
noch eine zweite Scheibe aus Panzerglas. Ich
verwundete mich an der
rechten Hand durch einen
Glassplitter und blutete leicht. Mir war nun alles
egal, ich musste auf das Flugfeld, das war mein
einziger Gedanke. Ich
drehte mich um und wollte den
Raum schon verlassen, da fiel mir auf, dass
rechte
Kippfenster geöffnet war.
Das war die günstige Gelegenheit, dachte
ich mir,
während ich vor lauter Aufregung ins Schwitzen
geraten war. Mit
einem Sprung konnte ich das Fenster
seitlich greifen und ich zog mich mit
einiger
Anstrengung an dem Fenster, das nach innen gekippt
war, hinauf.
Ich stellte fest, dass die Öffnung groß
genug war um sich durchzuquetschen.
Mit pochendem
Herzen stieg ich aus dem Maschinenraum hinaus und
hielt
mich draußen am Fenster fest. Ich schaute nach
unten und ich war deutlich
über drei Meter bis zum
Boden. Schnell suchte ich nach einer Möglichkeit,
mich sicher hinab zu lassen.
Rechts war ein Lüftungsschacht am Gebäude
befestigt.
Ich dachte mir, dass ich mich mit einem Klammergriff
mit Händen
und Füßen dort herunterlassen konnte.
Also gab ich den Griff um das Fenster
von außen frei
und hielt mich an dem Luftschacht fest. Ich wollte
mich gezielt
herunterlassen, da hörte ich eine
innere Stimme sagen: „Lass endlich los“.
Vor lauter
Schreck ließ ich tatsächlich los und fiel hart auf
mein rechtes Bein.
Nachdem der Aufprall mir die Luft
weggenommen hatte, stellte ich fest,
dass meine
Hüfte gebrochen war. Es tat schrecklich weh und ich
krümmte
mich vor Schmerzen. Doch ich sah zwei
Flugzeuge auf dem Rollfeld stehen
und versuchte in
die Richtung der Maschinen zu kriechen.
Es dauerte nicht lange, da war
ich in Gesellschaft von Zollbeamten. Ich
versuchte
weiterhin zu den Maschinen zu gelangen. Doch nach
langem
schmerzhaften Herumgekrieche zwischen den Beamten
beschlossen diese,
mich in die Abflughalle zu
tragen. Sie legten mich längs auf mehrere Stühle
der
Wartehalle. Dann kam einer an und wusch meine Hände
und das Gesicht,
während ich an einer Zigarette
rauchte, um die ich vorher gebeten hatte.
Nach einer
kurzen Weile trugen sie mich auf einer Bahre aus dem
Flughafen
heraus in einen Krankenwagen. Ich
protestierte, weil ich ja vom Flughafen
nach Eriwan
fliegen wollte. Nach kurzer Fahrt kamen wir in einem
kleinen
Krankenhaus an. Man trug mich bis zu einem
Röntgenraum, doch ich
verneinte diese Behandlung und
verlangte, mich aus der Klinik zu tragen.
Dann
trugen mich zwei Sanitäter in den Krankenwagen
zurück. Ich kletterte
unter starken Schmerzen zur
Tür hinaus und robbte im Liegen die Straße
hinauf,
wo es ein kleines Geschäft gab. Ich hatte vor, mir
eine Cola zu kaufen,
weil ich schrecklichen Durst verspürte. Die Pfleger legten mich, der sich
weiterhin wehrte in den Krankenwagen zu kommen, auf
eine Trage vor dem
Krankenhaus. Dort lag ich bis in
die Frühstunden des nächsten Tages. Als
es hell
wurde, saß ich auf einer Bank und wartete auf die
ersten Sonnenstrahlen.
Schließlich kam ein
Polizeiauto und man fuhr mich auf die städtische
Wache.
In einem kleinen Raum nahm ich auf einem
Sessel platz. Ich reichte den
Beamten meinen
Personalausweis. Diese wollten, dass ich etwas
unterschreibe,
was ich aber nicht wollte. Nach einer
Weile beschloss ich nach draußen zu
gehen, um mir
ein Taxi zu besorgen. Ich schleppte mich ohne Hilfe
nach
draußen. Dann brachte man mich zu einem anderen
Krankenhaus in der Stadt.
Dort wurde ich in der
Vorhalle abgestellt und ich versuchte wieder aus
der
Türe hinaus zu fliehen. Doch plötzlich trat eine
junge Frau auf mich zu
und sprach mich auf
deutsch an. Ich erklärte
ihr, dass ich unbedingt nach
Eriwan wollte und das
so schnell wie möglich. Die junge Dame verstand
mich
sehr gut und nach wenigen Minuten wurde ich im
Rollstuhl in einen
PKW verladen. Dieser
Krankenhauseigene PKW fuhr mich und die deutsch
sprechende Dame zum Busbahnhof der Stadt. Sie
erledigte die Formalitäten
und kaufte mir ein
Busticket nach Armenien-Eriwan. Mit dem Rollstuhl
wurde
ich zum Bus gebracht. Ich lag dort am hinteren
Ende über vier Sitze verteilt
und hatte enorme
Schmerzen. Die Fahrt dauerte bis zum Abend. Ich
verließ
den Bus, der an der Grenzstation halt
machte. Mein Problem, keinen Ausweis
zu haben erwies
sich als Kernproblem, die Grenze zu passieren. Ich
gab
meinen Zettel und die Fahrkarte einem
unbekannten Mann. Am
Grenzübergang setzte ich mich
auf die Treppe und wurde von Grenzbeamten
angesprochen. Ich verspürte große Angst, es nicht
nach Armenien zu schaffen.
Der Bus stand in der
Dunkelheit und ich wunderte mich, wo die Passagiere
sind.
Ich kroch auf der Treppe herum und versuchte
Angst erfüllt, in die Richtung
wo wir gekommen waren
zu rutschen. Ich schob mich um das Grenzgebäude
herum. Da stand schon ein Krankenwagen mit Personal.
Unter Schmerzen
ging ich in Richtung Türkei zurück,
ohne das bewusst zu merken. Der Raum
für die
Grenzbeamten war mit einer Küche ausgestattet und
ich kroch mit
aller Kraft hinein, um nicht von den
wartenden Leuten geschnappt zu werden.
Da tauchte
plötzlich der junge Mann auf, der mich von der
Grenze bis zur
letzten Taxifahrt mitgenommen hatte.
Ich umarmte ihn und er trug mich
lachend, weil ich
an seinem Hals hing in einen
Krankenwagen. er sagte, das
es „special“
sei. Wir fuhren in dem Krankenwagen über eine
holprige Strasse.
Nach einer Stunde waren wir
angekommen. Es war ein kleines Krankenhaus,
wahrscheinlich in der Nähe von Hopa, dem Grenzort. Ich wurde nach kurzer
Untersuchung eines weiblichen Doktors in dem
Krankenhaus in den Keller
getragen, wo ein
Röntgenapparat stand.
Auf dem Tisch, wo man mich hinlegte,
lag noch ein
kleiner Tropfen Blut. Die Männer, die mich geröntgt
haben
zeigten mir das Photo und erklärten, dass die
Hüfte an zwei Stellen
gebrochen war. Man beförderte
mich mit dem Aufzug in den ersten Stock
in ein
großes Zimmer. Ich lag dort nur eine Viertelstunde,
bis ein junger
Mann Mitte dreißig
herein trat und sagte,
dass ich mitkommen sollte. Ich
versuchte zu
erklären, dass ich hier in Sicherheit bei Freunden
sei. Das
akzeptierte der Mann nicht und nach wenigen
Momenten wurde ich in den
nächsten Krankenwagen
verladen. Man beförderte mich in ein größeres
Krankenhaus. Als ich dort angekommen war und man
mich in ein Zimmer
legte, bekam ich noch eine
Spritze und wurde dann alleine gelassen.
Rechts von
mir lag ein alter Mann. Ich beschloss zu fliehen und
stieg über
einen Stuhl an das hinter mir liegende Fenster. Als einziges
Hindernis war
ein Fliegengitter an dem Fenster innen
angebracht. Ich stieß es nach außen
auf und
kletterte nach draußen in den Hinterhof der Klinik.
Hier bewegte
ich mich auf allen Vieren vorwärts.
Eine Treppe hinauf und dann in einen
zweiten
Hinterhof der einen
Straßenzugang hatte. Die Strasse ging steil
hinauf und ich schob mich weiter vorwärts in der
Hoffnung von einem
lieben Menschen zum Beispiel dem
Hausmeister entdeckt zu werden. Doch
schon als ich
mich auf der Strasse nach oben bewegte, kam ein
Einsatzwagen
der Polizei und die Polizisten
transportierten mich wieder zurück in die Klinik.
Im
selben Zimmer und in das gleiche Bett wurde ich
gebracht. Der einzige
Unterschied war, dass ich an
der linken Hand mit Handschellen an das
Bett
gefesselt wurde. Da ich nicht schlafen konnte,
versuchte ich, die
Handschellen zu knacken. Es kamen
Privatpersonen ins Zimmer. Und eine
Schwester gab
mir eine Spritze. Am nächsten Morgen wurde ich
entfesselt
und ich kam in das Büro des
Krankenhauses, wo ein Polizeibeamter und ein
anderer
hoher Beamter mich und meinen Geldbeutel
untersuchten. Da
niemand Deutsch, Englisch,
Französisch oder Spanisch konnte, gab es keine
gute
Verständigung. Ich nahm meinen Geldbeutel und meine
Jacke wieder
an mich und kroch durch
die Türe nach draußen.
Ich wollte nur noch weg
von den türkischen
Krankenhäusern. Mein einziger Wunsch war immer
noch,
nach Armenien zu gelangen. Vor der Türe stand ein
weiterer
Krankenwagen und man verwies mich, dort auf
der Liege hinzulegen.
Nach einer langen Fahrt und
das auf der unbequemen Liege, kamen wir in
Travzon an. Es handelte
sich um ein größeres Krankenhaus. Man schob
mich in
einen orange gekachelten Raum. Nach kurzer
Untersuchung, man
wollte mir dabei die Hose
aufschneiden, was ich aber noch verhindern konnte,
lag ich dort und wartete. Es war noch eine alte
Mutter mit ihrer Tochter
im Raum. Ich bekam in den
rechten Arm eine Infusion gelegt. Nachdem
mich
einige junge Doktoren untersucht hatten, schob man
mich wieder aus
dem Krankenhaus heraus und nochmals
in einen Krankenwagen. Dort
begleitete mich ein
junger Mann und ich erklärte ihm, dass ich nicht von
ihm operiert werden wollte.
Hapi Fruchtbarkeitsgöttin Granit
Man brachte mich in das nächste
Krankenhaus. Ich hatte große Angst,
dass man mich
dort schlecht behandeln würde. Als man mich in einen
Aufnahmeraum mit mehreren Betten schob, wartete ich,
bis ich alleine
war. Ich stand auf und ließ mich
unter starken Schmerzen an der Wand
entlang gleiten.
So schaffte ich es nach ca. 7 min zum Ausgang. Dort
musste ich endlich
feststellen, dass man mir meine Socken genommen
hatte. Ich erklärte wütend auf Englisch, dass man
mir meine Socken
wiedergeben solle. Die Männer im
Krankenhaus verstanden es nicht.
Ich sagte, dass ich
ein Taxi zum Flughafen haben wollte. Ich bekam
keine
Antwort. Als ich endlich das Gebäude verlassen
hatte, konnte
ich mich nur noch auf dem
asphaltierten Boden kriechend fortbewegen.
Langsam
steuerte ich auf der Zugangsstrasse des
Krankenhauses dem
Pförtnerhäuschen zu. Die Sonne schien zu diesem
Zeitpunkt sehr grell.
Ich steuerte, bevor ich das
Gelände ganz verlassen hatte, auf einen
Kiosk zu und
bat um etwas Wasser. Prompt gab man mir einen
Plastikbecher voll. Ich trank ihn gierig aus und
stellte fest, dass sich
schon eine Menschenmenge um
mich herum gebildet hatte. Darunter war
ein junger
Mann, der immer wieder betonte, dass er mein Freund
sei. Er
sprach dies auf Englisch, doch ich wollte
nur noch weg von diesem Ort. In
Englisch erklärte
ich, dass man mich in Ruhe lassen soll. Rückwärts
schob
ich mich weiter zum Ausgang des
Krankenhausgeländes. Ich hatte nun
panische Angst,
in diesem Krankenhaus versorgt zu werden.
Schließlich
schaffte ich es, aus dem Gelände zu
kommen und meine Verfolger
abzuschütteln. Meine
Jacke war inzwischen durch dem Staub und Dreck
der
Straße verschmutzt. Ich schaute mich um und sah auf
der anderen
Straßenseite eine Treppe, die abwärts
führte. Dort hinunter wollte ich.
Es gelang mir, die
Treppe zu bewältigen. Unten angekommen schob ich
mich zu einem Geschäft. Ich wollte nur alleine
gelassen werden und auf
keinen Fall in das letzte
Krankenhaus kommen. Doch nach einer Weile
kamen
schon wieder Leute auf mich zu. Ich fühlte mich
neben dem Geschäft
sicher. Die Leute, die mich
ansprachen, versuchte ich abzuwimmeln. Ein
Mann mit
Sonnenbrille machte mir dabei besonders Angst. Er
sprach mit mir
Deutsch. Ich blieb bei dem Geschäft
und forderte ihn auf, mich in Ruhe zu
lassen. Ich
bekam sogar etwas zu essen von dem
Geschäftsbesitzer. In
gekrümmter Haltung lag ich
dort im Schatten der Warenständer. Dabei
umringten
mich die Kinder des Viertels und guckten mich an.
So lag ich etwa einige Stunden
dort und konnte mich von den Strapazen
einigermaßen
erholen. Dann wurde ich an meinen Beinen aus meiner
sicheren Lage herausgezerrt. Ein Mann sprach mich
auf Deutsch an, dass
er vom deutschen Konsulat komme
und ich in sein Krankenhaus befördert
werde. Ich
wehrte mich mit meinen letzten Kräften dagegen, weil
ich
panische Angst hatte, in das Krankenhaus zu
kommen, wo ich zuletzt war.
Aber die Männer
schafften es, mich so festzuhalten, dass der Mann
mir
eine Spritze in die Lende geben konnte. Ich
befreite mich mit meiner
Plastiktüte mit Essen und
versuchte, die Treppe wieder hinauf zu krabbeln.
Ich
kroch die Treppe wieder rauf und kämpfte gegen die
Wirkung der
Spritze an. Doch ich hatte keine Chance
und fiel in einen langen traumlosen
Schlaf. Als ich
aufwachte, befand ich mich in einem
Krankenhauszimmer.
Ich schaute zum Fenster, an dem
ein Krankenbett stand. In Anwesenheit
eines Pflegers
versuchte ich es zu öffnen und als es offen war,
konnte
ich sehen, dass ich mich mehrere Stockwerke
über dem Boden befand.
Gegenüber, auf der anderen
Straßenseite stand eine Fichte. Ich zeigte
auf den
Baum und der Pfleger dachte, dass ich aus dem
Fenster springen
wollte und holte den Hausmeister,
der wenige Minuten später die